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Rules - Sekunden der Entscheidung (2000)

Eine Kritik von zeckpetzki (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 11.02.2012, seitdem 104 Mal gelesen


Bißchen Krieg,bißchen Gerichtssaal...11.02.2012

Schwieriger Fall...natürlich, denn im kleinen und überschaubaren Genre der Gerichtsthriller im allgemeinen und der Militärgerichtsthriller im besonderen gibt es keine einfachen Fälle. Es ist immer das gleiche Schema: der Fall muß hoffnungslos sein, die Beweise erdrückend, die Sachlage klar - und dann haben wir den einsamen Verteidiger, den Anwalt, der in letzter Sekunde alles nochmal drehen kann. Genau so geht das im Genre, genau so ist es in Eine Frage der Ehre gewesen, und genau so ist es auch hier - nur mit etwas aktuellerem Bezug, einigen Nebenkriegsschauplätzen und sehr viel Pathos samt amerikanischer Flagge. Und just dieser Part läßt den nichtamerikanischen Betrachter etwas ratlos zurück, denn zu sehr wird die Allmacht der USA hier beschworen...da darf dann sogar ein Nordvietnamese aussagen und dem US-Marine Salut erbieten.

Eben jener Marine ist auch die zentrale Figur des Films. Colonel Childers gibt bei einer Evakuierungsmission im Jemen den Befehl, auf eine Menge von Demonstranten zu schießen. 83 Tote sind das Ergebnis dieses Befehls. So etwas darf man natürlich seitens der USA nicht hinnehmen, zumal die journalistischen Wogen in Arabien schnell am Kochen sind. Also angeklagt den Mann! Nur gut, daß Childers seinen Freund und Waffenbruder seit dem Vietnamkrieg als Verteidiger hat - und ebendiesem gerade in Ruhestand getretenen Hodges obliegt es nun, die ordnungsgemäße Einhaltung der im Miltärhandbuch fixierten Rules of Engagement zu beweisen. Hatten die Demonstranten Waffen? Wer hat zuerst geschossen? All diese Frage werden vor Gericht geklärt...

...wir aber als Zuseher wissen mehr als die Juristen, denn Regisseur Friedkin zeigt uns das Gefecht im Jemen in wirklich eindrucksvoller Weise. Danach aber ist Schluß mit lustig, wir folgen der Handlung in die Niederungen von Bürokratie, Machthunger und dem Kleben am Stuhl. Daran ändert auch ein kleiner Ausflug Hodges' zum Schauplatz des Gefechts nichts mehr, der Film kann den guten Anfangseindruck nicht halten und plätschert mehr und mehr dahin. Dazu noch das alte Übel: alle Araber tragen Kopftücher und hassen die Amerikaner, das ist sehr eindimensional und macht den Streifen nicht spannender. Kein Ausfall aber auch hauptsächlich wegen der Herren Jackson, Jones und Pearce, aber leider auch kein wirklich herausragender Film - eben typisch für das Genre, somit auch nur 6/10.


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